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Stress- und Traumalösung

Stress wirkt sich in erster Linie auf den Körper aus. Der menschliche Organismus ist genetisch dafür ausgestattet, auf Stress zu reagieren und sich durch die Bewältigung von Stress weiter zu entwickeln und zu wachsen. Das selbe gilt für traumatische Erlebnisse. Problematisch wird es allerdings, wenn Stress  chronisch wird und traumatische Erfahrungen im Körper gespeichert bleiben.

Unabhängig davon, ob wir einer stressigen oder lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt sind, der Körper reagiert immer mit dem gleichen uralten Reflexmuster, welches allen Säugetieren eigen ist: Das (autonome) Nervensystem mobilisiert zusammen mit dem Hormonsystem die erforderliche Energie, welche den Körper für eine adäquate Handlungsreaktion im Sinne von Kampf oder Flucht (Konfrontation oder Rückzug) vorbereitet. Wir werden hellwach, konzentriert auf den stressauslösenden Faktor, ohne etwas anderes wahrzunehmen, die Schmerzwahrnehmung lässt nach und unsere Muskulatur ist hoch angespannt, so dass unser Körper Leistungen vollbringen kann, die im Normalzustand nicht möglich sind. Kennen Sie die Momente, in denen Sie sich erschrecken und blitzartig spüren, wie ein Strom durch Ihren Körper schießt und Sie hellwach werden läßt?

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Wenn diese körpereigene Energie durch Konfrontation oder Rückzug (Kampf oder Flucht) erfolgreich ausagiert werden kann, entspannt sich der Körper anschließend wieder und ist gestärkt von der eigenständigen Bewältigung der Situation. Allerdings kommt es nicht immer dazu. Wenn wir nicht kämpfen oder flüchten können, also handlungsunfähig sind, tritt eine dritte Form der autonomen Reaktion ein, die im Tierreich als Todstellreflex bekannt ist. Hierbei erstarrt der Körper und die zur Verfügung gestellte Energie friert im wahrsten Sinne des Wortes im Muskel- und Bindegewebe (den sog. Faszien) ein. Dies kann eine effektive Möglichkeit des Überlebens sein, ist allerdings nur als kurzfristige Lösung sinnvoll. Im Tierreich kann beobachtet werden, dass Tiere, die bei (potentieller) Bedrohung in eine Erstarrung verfallen (Schockstarre), ihren Körper, sobald die Gefahr vorüber ist ausschütteln und somit die Energie "abzittern". Durch dieses Zittern wird die biochemische und neuromuskuläre Ladung aus dem Körper entladen, was zur spontanen Erholung von dem traumatischen Ereignis führt.

Anders als bei Tieren unterbrechen Menschen das in ihnen genetisch angelegte und unwillkürlich auftretende Zittern in oder nach einer stressauslösenden Situation oft absichtlich. Dies hat überwiegend erziehungs- und wertungsabhängige Gründe. So wird z.B. gesellschaftlich suggeriert, dass Angsthaben und Zittern ein Zeichen von Schwäche ist. Wenn sich der Körper nicht entladen kann und zusätzlich die stressauslösende Situation bestehen bleibt, erhöht sich die Ladung im Laufe der Zeit immer mehr, so dass die Energie, die das Nerven- und Hormonsystem permanent zur Verfügung stellt, im Muskel- und Bindegewebe gehalten wird. Folge davon sind chronische Spannungszustände, die oft nicht mehr wahrgenommen werden, da das System ja weiter funktionieren muss - ein Selbstschutz des Körpers, um zu überleben.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Stress und Trauma in erster Linie auf den Körper wirken und erst im weiteren Verlauf auf den psycho-emotionalen Bereich. Daher ist es nötig, körpertherapeutische Methoden zur effektiven Lösung von Stress und Trauma zu wählen.

Und was hat das alles mit mir zu tun?

altWahrscheinlich eine ganze Menge, wenn Sie bis hierhin interessiert weiter gelesen haben. Die meisten Menschen unserer heutigen Leistungsgesellschaft sind mehr oder weniger großen Stresssituationen ausgeliefert, die unser Körper nicht ohne weiteres verarbeiten kann. Folge ist, dass das Nerven- und Hormonsystem ständig aktiv ist ("feuert"), um ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen, gleichzeitig kommt es oft nicht zur adäquaten Entladung der Energie. Das kann auch dazu führen, dass Sie gedanklich nicht abschalten und nicht zur Ruhe kommen.
Um nicht ständig "unter Strom" zu stehen, reguliert das Nervensystem den Körper immer wieder runter, ohne sich wirklich zu erholen und zu entspannen. Denn das System ist weiter auf "Hab-Acht-Stellung" eingestellt (Hypervigilanz). Es kommt zu einer paradoxen Situation, in der Bewegung und Entwicklung kaum möglich ist, vergleichbar mit einem Autofahrer, der mit einem Fuß das Gaspedal und mit dem anderen das Bremspedal bis zum Anschlag drückt.

Wo sind Ihre alltäglichen Stressfaktoren? Wer ist Ihr persönlicher Tiger, auf den Ihr System mit Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsimpulsen reagiert? Was sind Ihre Ressourcen, die Ihnen Sicherheit, Entspannung und Erholung bringen? Spüren Sie Ihren Körper? Und wenn ja, spüren Sie ihn nur, wenn er schmerzt und verspannt ist? Oder nehmen Sie auch angenehme Stellen in Ihrem Körper wahr?

Das Wichtigste an allem: Trauma ist keine Krankheit oder Störung, sondern eine tiefe Verletzung, die heilen kann!!!

Lesen Sie hier mehr zu ...    Beschwerdebilder bei Stress und Trauma

Bildnachweis Tiger: Siegfried Fries/pixelio.de


Literaturempfehlung (diese Bücher finden Sie zur Ansicht in meiner Praxis - bitte fragen Sie nach)

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Sprache ohne Worte: Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt (Peter A. Levine)
ISBN-10: 3466309182
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Vom Trauma befeien - Wie Sie seelische und körperliche Blockaden l
ösen (Peter A. Levine)
ISBN-10: 3466307600
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Körperübungen für die Traumaheilung (David Berceli)
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Einen sehr informativen Artikel von David Berceli über Stress und Trauma können Sie sich hier runterladen:

 

Praxis Besenbruch